| Quo vadis, Web-GIS? |
| Geschrieben von: Falko Bräutigam |
|
Wohin gehst du, Web-GIS? Diese Frage stellt man sich, wenn man die Entwicklungswege betrachtet, die Web-GISe bis heute genommen haben. Fraglich ist ob man überhaupt von "Web-GIS" als einheitlichen Oberbegriff für eine homogene Produktfamilie sprechen kann. Ziemlich unterschiedlich sind doch die Anforderungen und Ziele, die unter diesem Oberbegriff versammelt werden. Eine Eigenschaft scheint aber relativ klar: ein Web-GIS wird im Web-Browser bedient. Bedienung im Web-Browser...Hier liegen auch sicher die Ursprünge der Bezeichnung "Web-GIS". Mit der Zeit wurde aber versucht, selbst diese Kerneigenschaft aufzulösen. So funktionieren einige Produkte nur mit speziellen Browsern oder es werden spezielle Erweiterungen benötigt, andere laufen bei näherer Betrachtung überhaupt nicht im Browser, sondern werden nur durch den Web-Browser gestartet. All das mag technisch begründet sein und sogar große Vorteile bieten - nichtsdestotrotz sollten solche Produkte dann einfach nicht "Web-GIS" genannt werden. Ansonsten wird dieser Begriff bedeutungslos und damit unbrauchbar. ...oder eher "Internet-GIS" ?
Tatsächlich wird das "Web" in diesem Zusammenhang immer stärker mit einer ganz anderen Eigenschaft in Verbindung gebracht, nämlich der Möglichkeit über offene Dienste und Schnittstellen endlich eine Verbindung der Produkte und Systeme untereinander herzustellen. Viele der ganz zentralen OGC-Spezifikationen tragen daher sicher ganz bewusst das "Web" im Namen. "Web" bedeutet in diesem Zusammenhang: Vernetzung und Interoperabilität. Die Bedienung im Browser war der Keim dieser Entwicklung. Durch Browser-Lösungen kamen mehr und mehr Menschen mit Geodaten in Berührung. Dadurch wurde die Frage der Integration von verschiedenen Datentöpfen und Fachdatensystemen immer wichtiger. Ein abgeschlossenes Fachkataster ohne Möglichkeiten der Integration passt nicht in dieses Konzept. Egal ob Wasserrecht, Tierhalter, Bodenrichtwerte oder andere Fachdaten - damit diese sinnvoll für Beauskunftung (im Web) genutzt werden können, müssen sie sich integrieren lassen. Die offene Standards des OGC bilden dafür eine robuste technische Basis. Oder beides?Die Bedienung im Browser auf der einen Seite und die Integration von und in dezentrale Daten und Diensten andererseits sind zwei Seiten derselben "Web-GIS"-Medaille. Beides entstammt demselben Wunsch nach Interoperabilität und beides basiert auf demselben offenen Internet-Standard HTTP. Und tatsächlich bedingen und befördern sich beide Pole gegenseitig. Was auch immer ein "Web-GIS" nun wirklich ausmacht: Standards, Offenheit und Interoperabilität sind die Basis des Web. Nur in dieser Richtung kann eine erfolgreiche Zukunft für uns Web-GISler liegen. |
Auskunftssystem für Bürger, Gewerbe und Wirschaft. Volltextsuche, Portaloberfläche, Einbindung in die GDI.
Die POLYMAP3|Workbench stellt eine GDI-konforme Datendrehscheibe zur Verfügung. Daten, Dienste und übergreifende Metadaten können zentral verwaltet werden.
POLYMAP ist Open-Source und somit eine ideale Grundlage für eigene Produkte oder Projekte. Wir helfen bei der Realisierung durch Konzeption, Projektleitung, Programmierung.